Folge 20

Storytelling

In den letzten Folgen haben wir uns schon mit Ihrer Kommunikationsstrategie befasst. Heute wird es konkreter mit einem neuen und zugleich altbekannten Thema: Storytelling.

Seit einiger Zeit ist Storytelling DAS Schlagwort, gerade um Inhalte für Social Media zu produzieren. Aber in Wirklichkeit haben Menschen einander schon immer Geschichten erzählt. Das war am heimischen Kamin nicht anders als heute. Schon unsere Familiengeschichten werden durch regelmäßige Wiederholung im Gedächtnis verankert.

Das menschliche Gehirn ist auf Geschichten ausgelegt – und eben nicht auf Fakten, Zahlen und Charts. Laut Studien verschiedener Psychologen und Neurowissenschaftler (unter anderem an der Stanford University) erinnern Menschen Geschichten bis zu 22 Mal besser als bloße Fakten. Ein Verkaufsgespräch, das eine gute Story beinhaltet, führt bis zu 2-5 x häufiger zu einem Erfolg.

Geschichten berühren uns emotional. Wenn wir eine gut erzählte Geschichte hören, dann fiebern wir mit Held oder Heldin mit. Dazu kommt der Faktor Spaß. Aus der Lerntheorie weiß man, dass Inhalte umso besser gelernt und erinnert werden, je mehr Spaß wir beim Lernen haben.

Eine gute Story aktiviert unsere Gehirnzellen, weckt unser Interesse und begeistert uns. Im Journalismus erzählt man deshalb gerne anhand von Einzelschicksalen, anstatt lediglich trockene Zahlen zu nennen. Die konkrete Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die in der Corona-Zeit neben ihrem Job noch zwei Kinder zu Hause zu beschulen hat, wird immer sehr viel stärker in Erinnerung bleiben als die bloße Information, dass xy Prozent der Alleinerziehenden während des Lockdowns Kinder unter 10 Jahren zu Hause betreut haben.

Aber wie kann man Storytelling fürs Business nutzen? Aus unseren letzten Folgen wissen Sie hoffentlich schon, welche Art von Geschichten für Ihre Kunden interessant sein könnten, welche Infos sie suchen und wo Sie ihnen begegnen. Jetzt geht es ums Aufspüren der konkreten Geschichten und um die Praxis – was gehört überhaupt zu einer guten Geschichte?

Jede gute Story besteht aus mindestens drei Bausteinen: Es gibt einen Helden oder eine Heldin. Diese Person erlebt einen Konflikt oder steht vor einem Problem, es gibt also eine erlebte Zwangslage. Und am Ende steht die angestrebte Lösung. Jede Geschichte kann man eher sachlich trocken oder emotional mitreißend erzählen. Man kann Humor einflechten oder poetische Betrachtungen einbauen. Das sind gestalterische Elemente, über die Sie sich im nächsten Schritt Gedanken machen können. Zunächst geht es darum, geeignete Geschichten für Ihr Unternehmen zu finden und zu überlegen, wo und in welcher Form diese in die Öffentlichkeit gebracht werden sollen.

Der Trüffelkompass
Von der Persönlichkeit zur Marke zum Business

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Ein Beispiel: die Gründungsgeschichte von Airbnb. Ausgangslage: Die drei Gründer teilten sich ein Apartment und die Miete wurde angehoben. Damit sie sich die Miete weiterhin leisten konnten, vermieteten sie eines der Zimmer auf Zeit. Diese Idee übertrugen sie auf andere und schufen damit ihre äußerst erfolgreiche Plattform.

Für die Gründungsgeschichte Ihres Unternehmens geht es also um folgende Fragen: Was war die Ausgangslage? Welche Hindernisse gab es auf dem Weg zur Lösung des wahrgenommenen Problems? Wie sind Sie auf diese Idee gekommen? Worüber haben Sie sich besonders geärgert oder gefreut?
Emotionen sind wichtig für erfolgreiches Storytelling, auch Überraschungen lassen sich gut einsetzen. Dabei müssen Ihre Storys gar nicht immer zwingend der Wahrheit folgen. Sehr schön zeigt das die Autorin Antonia Michaelis auf ihrer Autorenwebseite.

So schreibt sie über sich unter anderem: „Anschließend zog sie mit ihren Eltern nach Augsburg, wo sie zwar zur Schule ging, aber nie aufpasste, weil sie unter der Bank dicke Bücher verfassen musste. Ihre Abiturarbeit schrieb sie über Faust 2, den sie nie gelesen hat.“ Und später: „Das Schreiben anständiger, informativer Lebensläufe hat sie leider nie gelernt.“

Natürlich weiß jeder Leser sofort, dass nicht alles, was da steht, objektiv der Wahrheit entspricht. Trotzdem fühlt man sich bestens unterhalten, es macht Spaß, das zu lesen, und es entsteht ein Bild im Kopf, wie diese Person wohl so sein könnte.

Woher nimmt man nun aber die Ideen für gute Storys? Im Mittelpunkt jeder guten Geschichte stehen Menschen. Überlegen Sie also, WER der Held Ihrer Geschichte sein könnte. Sie selbst als Firmengründer? Lieferanten? Kunden? Sie alle haben mit Sicherheit spannende Geschichten zu erzählen. Weitere Ansätze liefern Schlüsselmomente oder Aha-Erlebnisse. Was ist passiert, damit die Geschichte genau diese Wendung genommen hat? Hätte es auch anders ausgehen können?

Ein guter Geschichtenerzähler interessiert sich für Emotionen und Eigenheiten der Personen und schmückt die guten Stellen gekonnt aus. Das kennt jeder von uns aus alten Familiengeschichten. Die besten davon werden noch über Generationen erzählt und haben sich wahrscheinlich nicht bis ins Detail so abgespielt. Trotzdem bleibt der Kern der Geschichte, die innere Wahrheit, erhalten.

Verwenden Sie also ruhig ein wenig Zeit darauf, die guten Geschichten in Ihrem Unternehmen zu finden. Das ist wieder so eine Trüffelsuche – wie es beim Trüffelkompass oft der Fall ist. In unseren Shownotes gibt es dazu wie immer ein paar Anregungen – wie man die guten Geschichten findet und wie man diese am besten erzählt.

Gerne helfen wir vom Trüffelkompass Ihnen auch beim Aufspüren guter Geschichten in Ihrem Unternehmen. Mit Neugierde und dem frischen Blick von außen kitzeln wir garantiert spannende Geschichten für Ihr Storytelling heraus und verpacken sie in ansprechende Texte, die begeistern und in Erinnerung bleiben.

Die Shownotes zu Folge 20:

Der Trüffelkompass - Storytelling
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Mona Gabriel
Dipl. Wirt. Ing. (FH) mit Schwerpunkt Marketing & PR

Weltbürgerin mit Durchblick – macht aus Ideen klare Worte. Texte für Websites, Newsletter, Pressemitteilungen.
Studium der Werbewirtschaft und Werbetechnik, sowie PR- und Öffentlichkeitsarbeit. Erfahrung in Verlagsmarketing, als freie Journalistin, Lektorin und Texterin. Mehrsprachig und in verschiedenen Kulturen und Ländern aufgewachsen.

Mehr zu Mona Gabriel und zu ihren Seminaren und Workshops finden Sie hier…. mehr

Claudia Richardt
Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing, Systemische & Design Thinking Coach

Weltbürgerin aus Liebe und Leidenschaft – nimmt Ideen, prüft sie auf Umsetzbarkeit, mischt sie mit Notwendigkeiten und schafft mit einem tollen Netzwerk den passenden Außenauftritt. Für jeden einzelnen Kunden etwas Neues und Besonderes.

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